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Arbeitsequipment auf Reisen – Verbraucherfrage der Woche des D.A.S. Leistungsservice

Gut beraten von den Experten der ERGO Group

Ramona P. aus Detmold:
Wenn ich auf Reisen bin, nehme ich gerne das Firmenhandy mit, damit ich im Notfall erreichbar bin. Wer haftet, wenn es beschädigt wird oder verloren geht? Bin ich dafür verantwortlich?

Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice):
Die Arbeitnehmerhaftung für Schäden an Arbeitsmitteln richtet sich nach dem Grad des Verschuldens. Bei leichter Fahrlässigkeit, also einer kleinen Unachtsamkeit, die jedem passieren kann, haften Mitarbeiter in der Regel nicht. Lassen sie hingegen die sonst üblichen Sorgfaltsregeln außer Acht – mittlere Fahrlässigkeit – teilen sie sich die Haftung mit dem Arbeitgeber. Die Quote kann dabei von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Erst bei grober Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz haften Mitarbeiter in vollem Umfang. Ist der entstandene Schaden groß – wenn etwa wichtige Unternehmensdaten verloren gegangen sind – berücksichtigen die Gerichte aber auch das Einkommen. Grob fahrlässig handelt beispielsweise, wer ein Diensthandy ohne PIN-Sperre auf dem Tisch eines Cafes liegen lässt. Fällt das Gerät aus der Tasche auf den Boden und geht kaputt, ist dies in der Regel als leichte Fahrlässigkeit anzusehen. Die Grenzen sind jedoch fließend, sodass die Haftung sehr vom Einzelfall abhängt. Prinzipiell gilt: Wer das Diensthandy aus betrieblichen Gründen mit sich führt, also auf Anweisung des Arbeitgebers handelt, für den gelten milde Haftungsregeln. Viele Betriebe haben solche Haftungsfragen auch in speziellen Vereinbarungen zur Nutzung von Diensthandys geregelt.
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Der D.A.S. Leistungsservice informiert: Urteile in Kürze – Reiserecht

Die Europäische Fluggastrechte-Verordnung gewährt Fluggästen, die die Airline wegen Überbuchung in eine niedrigere Ticketklasse eingestuft hat, eine anteilige Herabsetzung des Flugpreises. Allerdings können Reisende diesen Anspruch nicht zusätzlich geltend machen, wenn ihnen die Fluggesellschaft aus anderen Gründen den gesamten Ticketpreis ersetzen muss. Dies hat laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Landshut entschieden.
LG Landshut, Az. 41 O 2511/16

Hintergrundinformation:
Die Europäische Verordnung über Fluggastrechte gewährt Flugreisenden bei großen Verspätungen, Flugannullierungen und Nichtbeförderung einen Ausgleichsanspruch gegen die Fluggesellschaft. Aber auch bei einer wegen Überbuchung erfolgten Herabstufung der Ticketklasse haben Reisende Ansprüche auf Vergünstigung des Ticketpreises: Bei Flügen bis 1.500 Kilometer um 30 Prozent, bis 3.500 Kilometer um 50 Prozent, bei allen weiteren Flügen um 75 Prozent. Der Fall: Ein Familienvater hatte für sich, seine Frau und seine Tochter Flüge in die Dominikanische Republik und wieder zurück gebucht. Das Hotel buchte er gesondert. Die Fluggesellschaft teilte ihm vor dem Abflug mit, dass eine andere Airline den Flug durchführe. Wie sich herausstellte, war die gebuchte Klasse „Premium Economy“ in der entsprechenden Maschine überbucht. Die Airline wollte die Familie in die einfache Economy-Klasse umbuchen. Als der Urlauber dies erfuhr, trat er am Abflugtag vom Flugbeförderungsvertrag zurück und stornierte auch das Hotel. Aufgrund der Last-Minute-Stornierung musste er die gebuchten Leistungen jedoch voll bezahlen: Für die Flüge fielen Kosten über 3.300 Euro an, für das Hotel rund 7.600 Euro. Er verlangte nun den Gesamtbetrag als Schadenersatz von der Fluggesellschaft. Zusätzlich forderte er eine Entschädigung wegen Nichtbeförderung nach der EU-Fluggastrechte-Verordnung. Das Urteil: Das Landgericht Landshut gestand dem Urlauber zwar den Schadenersatz für die Ticket- und Hotelkosten zu, nicht aber die Entschädigung nach der EU-Verordnung. Nach Informationen des D.A.S. Leistungsservice erklärte das Gericht, dass die Fluggesellschaft vertraglich verpflichtet gewesen sei, die Familie in der „Premium-Economy-Class“ zu befördern. Alles andere sei keine vertragsgemäße Leistung. Daher habe die Familie nach dem Zivilrecht Anspruch auf Ersatz der entstandenen Schäden. Ein Downgrading stelle jedoch keinen Fall der Nichtbeförderung im Sinne der EU-Fluggastrechte-Verordnung dar. § 10 Abs. 2 der Verordnung enthalte eine besondere Regelung zum Downgrading, nach der Fluggäste zwar einen anteiligen Anspruch auf Reduzierung des Ticketpreises hätten. Bei einem Flug in die Dominikanische Republik wären an sich 75 Prozent des Flugpreises zu erstatten gewesen. Ein solcher Anspruch scheide allerdings hier aus, weil die Fluggesellschaft sowieso den gesamten Flugpreis ersetzen müsse.
Landgericht Landshut, Urteil vom 4. Mai 2017, Az. 41 O 2511/16

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Der D.A.S. Leistungsservice informiert: Urteile in Kürze – Verwaltungsrecht

Ferienwohnungen: Hohes Bußgeld für Zweckentfremdung von Wohnraum

Viele Städte haben sogenannte Zweckentfremdungssatzungen, die eine Vermietung von Wohnungen als Ferienwohnung ohne behördliche Genehmigung untersagen. Einen Verstoß können die Behörden mit hohen Bußgeldern ahnden. Laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) verurteilte das Amtsgericht München einen Mieter, der eine Wohnung an wechselnde Personen untervermietet hatte, zu einem Bußgeld von 33.000 Euro.
AG München, Az. 1119 OWi 258 Js 199344/16

Hintergrundinformation:
Die Vermietung von Ferienwohnungen ist ein lohnendes Geschäft. Kein Wunder, dass ihre Anzahl stark zugenommen hat. In Großstädten jedoch ist Wohnraum knapp und oft kommt es auch zu Konflikten mit der Nachbarschaft, die ohne Partylärm und morgendliches Rollkoffergeklapper wohnen möchte. Viele Städte haben deshalb Satzungen erlassen, die eine Nutzung von Wohnungen als Ferienwohnungen von einer Ausnahmegenehmigung abhängig machen. Diese Satzungen richten sich gegen die „Zweckentfremdung von Wohnraum“. Sie gelten für Eigentümer und für Mieter. Der Fall: Ein Münchner hatte eine 104 qm große Wohnung in München-Arabellapark gemietet. Die Miete lag bei 1.980 Euro im Monat. Er nutzte die Wohnung allerdings nicht selbst, sondern vermietete sie teurer an wohlhabende Ortsfremde, die sich zur medizinischen Behandlung in München aufhielten oder ihre Angehörigen bei einem Krankenhausaufenthalt begleiteten. Die Vermietungen dauerten jeweils einige Wochen oder Monate. Im November 2015 erließ die Stadt München gegen den Mieter einen Bußgeldbescheid in Höhe von 50.000 Euro wegen unerlaubter Zweckentfremdung von Wohnraum von 2012 bis 2015. Gegen diesen Bescheid ging der Mann gerichtlich vor. Das Urteil: Das Amtsgericht München bestätigte nach Informationen des D.A.S. Leistungsservice grundsätzlich den Bußgeldbescheid. Das Gericht erläuterte, dass der Mieter nie die erforderliche behördliche Genehmigung zur Untervermietung an wechselnde Parteien gehabt habe. Sein Nutzungskonzept sei es gewesen, die Wohnung immer nur für relativ kurze Zeiträume an Personen weiterzuvermieten, die sich aus medizinischen Gründen in München aufhielten. Er habe trotz behördlicher Aufforderungen, diese Nutzung einzustellen, und trotz des laufenden Bußgeldverfahrens damit weitergemacht. Das Gericht setzte das Bußgeld allerdings auf 33.000 Euro herab, da diese Nutzung der Wohnung erst seit dem Inkrafttreten der neuen städtischen Satzung im Jahr 2014 mit einem Bußgeld bedroht war und nicht schon seit 2012.
Amtsgericht München, Beschluss vom 28. September 2017, Az. 1119 OWi 258 Js 199344/16

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Wwoofing: naturnah und günstig reisen – Verbraucherinformation der ERV

Mit Freiwilligenarbeit um die Welt

Wwoofing: naturnah und günstig reisen - Verbraucherinformation der ERV

Wwoofer lernen im Einklang mit der Natur zu leben.
Quelle: ERGO Group

Wwoofing ist eine alternative Art zu reisen – nicht nur für Menschen mit kleinem Budget. Das Konzept: Freiwillige packen auf Bio-Bauernhöfen mit an und bekommen im Gegenzug Kost und Logis. Wer sich darauf einlässt, lernt nicht nur Land und Leute kennen. Wwoofer erfahren auch, was es heißt, im Einklang mit der Natur zu leben. Wie Wwoofing funktioniert und was es bei der Vorbereitung zu beachten gibt, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Wwoofing steht für „World-Wide Opportunities on Organic Farms“. Das 1971 in Großbritannien gegründete Netzwerk bietet Backpackern und Reiselustigen unverfälschte Einblicke in den Alltag ökologisch wirtschaftender Bauernhöfe auf der ganzen Welt. „Dabei schonen die Helfer nicht nur ihren Geldbeutel, sondern auch die natürlichen Ressourcen des Gastlandes“, so Birgit Dreyer.

Wunschdestinationen individuell bereisen

Die Freiwilligen unterstützen bei allen Arbeiten, die auf Bauernhöfen anfallen: Ob Melken, Füttern der Tiere, Ausmisten der Ställe, Ernten oder handwerkliche Tätigkeiten. Die Arbeiten sind meist körperlich anstrengend. Doch viele Wwoofer schätzen gerade diese ursprünglichen Tätigkeiten in der Natur, weil sie einen Ausgleich zum Alltag bieten. Helfer arbeiten in der Regel etwas länger als einen halben Tag – so bleibt genug Zeit für Ausflüge und Unternehmungen. Die Arbeit mit Einheimischen vermittelt authentische Eindrücke vom jeweiligen Land und sorgt für ein unvergessliches Reiseerlebnis. Und da die Bauernhöfe ihre Türen häufig mehreren freiwilligen Helfern zur gleichen Zeit öffnen, können Wwoofer schnell neue Freundschaften mit Gleichgesinnten schließen.

Von Mexiko bis Japan

Wwoofer müssen die Organisation ihrer Reise selbst in die Hand nehmen und in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein. „Ob Kanada, Peru, Schweden, Südafrika, Indien oder Neuseeland: Interessierte haben die Qual der Wahl“, weiß Birgit Dreyer. Die Website www.wwoof.net bietet eine Übersicht der rund einhundert Länder, in denen ökologische Landwirte Wwoofing anbieten. Wer sich für ein Reiseziel entschieden hat, meldet sich anschließend bei der nationalen Wwoof-Organisation des Wunschlandes an. Über deren Webauftritt können Reiselustige Details zu den Höfen einsehen und Kontakt zur Gastfamilie aufnehmen. Persönliche Interessen spielen bei der Auswahl des Hofes ebenso eine Rolle wie die Art der Unterbringung – vom Gästezimmer über den Heuboden bis zum Zelt oder Wohnwagen ist für jeden das Passende dabei. „Besondere landwirtschaftliche Vorkenntnisse sind nicht notwendig“, versichert Dreyer. Vielmehr diene der Aufenthalt dazu, den Wwoofer mit einem naturverbundenen Lebensstil vertraut zu machen und den Austausch zwischen freiwilligen Helfern und Bauern zu fördern. Die Gastfamilie integriert die Reisenden in ihren Alltag, sodass sie nicht nur in die Welt der ökologischen Landwirtschaft eintauchen können, sondern auch die Sitten und Bräuche des jeweiligen Landes kennenlernen. Auch mit Kindern oder sogar mit dem Haustier ist Wwoofing möglich – allerdings sollten Reisende dies vorab mit den Hofbesitzern klären.

Gut vorbereitet ins Abenteuer

Nachdem Aufenthaltsort und -dauer sowie weitere Details geklärt sind, sollten sich die Abenteurer um Einreisebestimmungen und Co. kümmern. Ob ein spezielles Arbeitsvisum notwendig ist oder ein normales Touristenvisum für das Wwoofing ausreicht, müssen Interessierte mit der Botschaft oder dem Gastgeber abklären. Denn dies ist von Land zu Land unterschiedlich. So brauchen Wwoofer beispielsweise für Neuseeland ein sogenanntes Working Holiday-Visum, in Australien dagegen reicht ein Touristenvisum. „Vor ihrem Abenteuer sollten sich die „Bauern auf Zeit“ außerdem informieren, welche Impfungen Ärzte empfehlen und ob es im jeweiligen Land vielleicht sogar eine gesetzliche Impfpflicht gibt“, rät die ERV Expertin. So ist zum Beispiel in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern eine Impfung gegen Gelbfieber Pflicht. Alle wichtigen Reisehinweise für die ausgewählte Destination können Wwoofer auf der Website des Auswärtigen Amtes nachlesen. Damit die Verständigung mit dem Gastgeber klappt, sollten zumindest grundlegende Sprachkenntnisse vorhanden sein. Vielleicht ist vorab auch ein Sprachkurs sinnvoll. Nicht zuletzt sollten Wwoofer an den passenden Versicherungsschutz denken. Sie können die Reise beispielsweise mit dem RundumSorglos-Paket der ERV umfassend absichern: Es enthält eine Reiserücktritts- (inklusive Reiseabbruch-), Reisekranken- und Reisegepäckversicherung.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 4.507

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Die ERV (Europäische Reiseversicherung) versteht sich über ihre Kompetenz als Reiseversicherer hinaus als innovatives Dienstleistungsunternehmen. Die ERV hat über 100 Jahre Reiseschutz-Geschichte geschrieben und ist Marktführer unter den Reiseversicherern in Deutschland. Als einer der führenden Anbieter in Europa ist sie heute in über 20 Ländern vertreten. Mit ihrem internationalen Netzwerk sorgt die ERV dafür, dass ihre Kunden vor, während und nach einer Reise optimal betreut werden.
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Wandern mit Hund – Verbraucherfrage der Woche der ERV

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Eric M. aus Lübeck:
Wir gehen demnächst ein paar Tage wandern und würden gern unseren Hund mitnehmen. Was müssen wir dabei beachten?

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung):
Wichtig ist, das Alter des Hundes zu berücksichtigen: Jüngere haben zwar mehr Kraft, gehen aber vielleicht nicht so gern lange Strecken an der Leine. Ältere brauchen dagegen mehr Pausen und insgesamt kürzere Strecken. War der Hund schon öfter wandern, sind anspruchsvollere Strecken möglich. Da auch Hunde Höhenangst haben können, können steile Gipfelbesteigungen oder wackelige Seilbrücken eine Herausforderung sein. Ebenso wichtig: Strecken mit schattigen Abschnitten auswählen oder am frühen Morgen starten. Denn lange Wege in der prallen Sonne sind auch für Tiere anstrengend. In den Wanderrucksack gehören neben der eigenen Verpflegung auch ausreichend Futter, Leckerlis und vor allem Wasser für den Hund. Niemals den Vierbeiner mit Gewalt über Brücken oder schwierige Wegstrecken ziehen. Das kann zu Traumata führen und dazu, dass der Hund beim nächsten Wanderausflug gar nicht mehr weitergeht. Führt die Wanderroute durch Almgebiete, auf denen beispielsweise Kühe weiden, ist Vorsicht geboten: Steuert eine Kuh mit gesenktem Kopf auf Hund und Wanderer zu, sollten beide das Weite suchen. Am besten den Hund von der Leine lassen, um schneller auszuweichen – so die Empfehlung des Österreichischen Alpenvereins. Wer gerne abends auf einer Hütte übernachten möchte, fragt besser vorab beim Wirt nach, ob Tiere erlaubt sind.
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Selfies vor Kunstwerken: Ist das erlaubt? – Verbraucherinformation des D.A.S. Leistungsservice

Die Mona Lisa und ich

Selfies vor Kunstwerken: Ist das erlaubt? - Verbraucherinformation des D.A.S. Leistungsservice

Bilder oder Skulpturen sind oft beliebte Fotomotive.
Quelle. ERGO Group

Selfies im Museum liegen im Trend: Immer mehr Menschen fotografieren sich mit einem Kunstwerk im Hintergrund – möglichst so, dass sie wie ein Teil des Werks wirken. Die Motive verbreiten sie dann via soziale Medien und Messenger. Aber ist das rechtlich überhaupt erlaubt? Und wie sieht es mit Kunstwerken in einem Park oder auf einem öffentlichen Platz aus? Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice), fasst die rechtlichen Grundlagen für das Fotografieren von Kunstwerken zusammen.

Urheberrecht

Zunächst ist das gesetzliche Urheberrecht zu beachten. Das Gesetz erlaubt Selfies vor Ausstellungsstücken, solange die Aufnahmen ausschließlich privaten Zwecken dienen. Die Besucher können die Fotos dann bei sich in der Wohnung aufhängen oder Freunden auf dem Handy zeigen. Sobald sie das Selfie allerdings in den sozialen Netzwerken hochladen, müssen sie den Künstler oder dessen Erben um Erlaubnis fragen. „Denn das Posten im Internet ist keine private Angelegenheit, sondern entspricht juristisch gesehen einer Veröffentlichung“, so Michaela Rassat. Ist der Künstler allerdings schon vor 70 Jahren gestorben, ist das Urheberrecht erloschen.

Erst um Erlaubnis fragen

Aber nicht nur das Urheberrecht ist relevant. Auch das Hausrecht ist zu beachten. Das heißt: Selbst bei einer Ausstellung eines längst verstorbenen Künstlers sollten Besucher beim Veranstalter nachfragen, ob sie das Handy oder die Kamera zücken dürfen. Denn Museen und Galerien dürfen in ihren Räumen selbst entscheiden, ob sie Foto- und Videoaufnahmen zulassen oder nicht. „Meist ist es ohne Selfie-Stick, Stativ oder Blitz erlaubt“, erläutert die D.A.S. Expertin. Der Grund: Stativ und Selfie-Stick sind sperrige Gegenstände. Im Gedränge vieler Besucher besteht die Gefahr, dass sie ein Kunstwerk beschädigen. Da ältere Blitzlichtgeräte eine Gefahr für lichtempfindliche Kunstwerke darstellen können, sind diese meist ebenfalls verboten. Ein Grund für Fotoverbote kann allerdings auch sein, dass der Leihgeber eines Kunstwerkes oder einer ganzen Ausstellung dies zur Bedingung gemacht hat. Übrigens: In Los Angeles, USA, gibt es in diesem Jahr als zeitlich begrenztes Projekt sogar ein „Museum of Selfies“. Es liefert eine Übersicht über die Entwicklung der Selbstportraits. Selfies sind dort ausdrücklich erwünscht!

Kunstwerke unter freiem Himmel: Panoramafreiheit beachten!

Kunstwerke stehen nicht nur in Museen sondern auch unter freiem Himmel – beispielsweise das Brandenburger Tor. Hier Fotos zu machen, ist kein Problem. Denn: „In Deutschland gilt die sogenannte Panoramafreiheit“, sagt die Expertin der D.A.S. „Sie erlaubt es jedem, von öffentlichen Straßen aus Fotos von Gebäuden und Denkmälern zu schießen und diese ohne Zustimmung des Urhebers zu veröffentlichen – auch im Internet.“ Dies gilt zumindest für Außenaufnahmen von öffentlichen Flächen aus. Hilfsmittel wie Drohnen oder Leitern sind allerdings verboten. Auch mit dem Selfie-Stick über eine Hecke zu fotografieren, ist nicht zulässig. In anderen europäischen Ländern ist die Panoramafreiheit sehr oft abweichend geregelt oder – wie etwa in Italien – nicht vorhanden. Hier ist jede Veröffentlichung, also auch das Hochladen des Bildes in einem sozialen Netzwerk, unzulässig. Inwieweit in den einzelnen Ländern tatsächlich mit Abmahnungen zu rechnen ist, lässt sich schwer sagen. Immerhin gab es auch in Deutschland schon harte gerichtliche Auseinandersetzungen um Fotos eines österreichischen Hundertwasser-Hauses. Im Zweifelsfall sollten sich Urlauber vorher über die Rechtslage im jeweiligen Land informieren oder Fotos nur privat nutzen.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 3.619

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Hinweis „SSSS“ auf der Bordkarte – Verbraucherfrage der Woche der ERV

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Johannes M. aus Berlin:
Wir fliegen bald in die USA. Ich habe mitbekommen, dass auf manchen Bordkarten „SSSS“ steht. Was bedeutet das?

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung):
Vor einer Einreise in die USA lohnt sich ein genauer Blick auf die Bordkarte: Der Vermerk „SSSS“ steht für Secondary Security Screening Selection. Das bedeutet, dass die Passagiere mit dieser Karte eine zusätzliche Sicherheitskontrolle absolvieren müssen. Neben den üblichen Security-Checks erwartet SSSS-Reisende dann eine persönliche Befragung. Diese führt das Sicherheitspersonal der US-Behörden meist in abgeschirmten Räumen durch. Aber auch beim Check-in oder am Boarding-Gate ist so ein Gespräch möglich. In jedem Fall sollten sich Betroffene darauf einstellen, dass die Einreise etwas länger dauert. Wer den Vermerk aus welchen Gründen erhält, ist nicht klar. Die Kriterien sind unbekannt. Auf diese Weise will die USA sicherstellen, dass sich die Betroffenen nicht auf diese Kontrollen vorbereiten können. Grundsätzlich trifft es Passagiere, die in irgendeiner Form verdächtig erscheinen. Dafür reichen ein „falscher“ Name, die Sitzplatzauswahl oder ungewöhnliche Buchungsvorgänge. Letztere rücken in den Fokus der Behörden, wenn der Passagier das Ticket bar bezahlt, die Buchung von einem Dritten erfolgte oder kein Rückflug vorgesehen ist.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 1.149

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Erste Reise mit Baby – Verbraucherfrage der Woche der ERV

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Paul G. aus Günzburg:
Wir bekommen bald Nachwuchs und wollen während der Elternzeit zu dritt in den Urlaub fahren. Ab wann ist es möglich, mit Baby zu reisen? Und welche Art von Reise ist am besten?

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung):
Sobald sich das Familienleben mit einem Baby eingespielt hat, spricht nichts gegen eine Reise. Das ist meist nach ein paar Monaten der Fall. Außerdem sollten alle gesund sein. Generell sind Babys recht einfache Reisebegleiter und benötigen neben Mamas oder Papas Nähe nicht viel. Mit Kinderwagen oder im Tragetuch machen sie bei fast allen Urlaubswünschen zufrieden mit. Fangen die Kleinen an zu krabbeln, ist das Reisen mit Nachwuchs oft anstrengender. Unabhängig vom Reiseziel: Wichtig ist, dass die Eltern sich nicht zu viel vornehmen und die Reise langsam angehen. Denn Babys freuen sich über jede Spiel-, Kuschel- und Badezeit zwischendurch. Für die erste Urlaubsreise empfiehlt sich eine kurze Anreise und ein möglichst vergleichbares Klima wie daheim. Gerade Babys reagieren empfindlich auf Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit und brauchen mehr Zeit, um sich damit wohlzufühlen. Fernreisen bedeuten für alle Beteiligten größere Strapazen und sollten daher gut geplant sein. Eventuell sind auch zusätzliche Impfungen notwendig. Der Aufwand lohnt sich erst bei längeren Aufenthalten, damit auch die Kleinen ausreichend Zeit haben, anzukommen. Für die Wahl des Reisezieles gilt die Faustregel: Je kleiner das Kind, desto „westlicher“ sollten Hygienestandard und medizinische Infrastruktur sein. Außerdem sollte gerade bei Reisen mit Babys und Kindern eine Reiseversicherung mit ins Gepäck.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 1.389

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Schutz vor Malaria

Was Reisende über die Tropenkrankheit wissen sollten

Schutz vor Malaria

Ob Insel-Hopping in Asien oder eine Rundreise durch Südamerika – das Malariarisiko reist mit. (Bildquelle: ERGO Group)

Ob eine Safari in Afrika, Insel-Hopping in Asien oder eine Rundreise durch Südamerika – das Malariarisiko reist mit. Doch nicht in jedem Land ist das Infektionsrisiko gleich hoch, es variiert je nach Region. Was hinter der Krankheit steckt, wie sich Reisende schützen können und welche Gebiete besonders betroffen sind, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung).

Was ist Malaria?

Malaria, auch bekannt als Wechselfieber, zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Überträger dieser Krankheit ist die dämmerungs- und nachtaktive weibliche Anopheles-Mücke, die die Krankheitserreger in sich trägt. Diese sind einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien. „Es gibt unterschiedliche Arten von Erregern, die wiederum verschiedene Formen der Malaria verursachen. Die gefährlichste und zugleich häufigste Form ist die Malaria tropica“, weiß Birgit Dreyer. Sticht eine infizierte Mücke zu, gelangen die Erreger in den menschlichen Körper, wo sie sich zunächst in der Leber vermehren. Anschließend befallen sie die roten Blutkörperchen, wachsen dort und teilen sich, bis die Blutkörperchen platzen. Dadurch gelangen immer mehr Parasiten ins Blut, die immer mehr rote Blutkörperchen zerstören.

Symptome der Infektion

Nach einem Mückenstich bemerken Betroffene zunächst lediglich das typische Jucken. Nach frühestens sechs Tagen bis hin zu einigen Monaten – selten sogar Jahre – treten dann die ersten grippeähnlichen Symptome auf: unter anderem Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Vor allem bei den Malariaformen Malaria tertiana und Malaria quartana tritt das Fieber zeitweise auf – daher auch der Name Wechselfieber. Es können aber auch Schmerzen im oberen Bauchbereich mit Übelkeit beziehungsweise Erbrechen hinzukommen. Patienten mit der gefährlichen Malaria tropica können unter Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen leiden. „Wer von solchen Symptomen betroffen ist und eine Reise in ein Malaria-Risikogebiet hinter sich hat, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und den Verdacht auf Malaria ansprechen. Selbst wenn die Reise schon eine Weile zurückliegt“, rät die ERV Expertin.

Diagnose und Behandlung

Zunächst gilt: Bei einem Malariaverdacht sollten Betroffene Ruhe bewahren. Denn jede Malaria ist heilbar – vorausgesetzt, sie wird erkannt und behandelt. Der Arzt nimmt für die Untersuchung zunächst eine Blutprobe und überprüft, ob Plasmodien enthalten sind. Zu Beginn der Krankheit sind nur wenige Erreger im Blut, daher sollte der Arzt die Untersuchung mehrmals wiederholen. „Das ist notwendig, um aufgrund eines negativen Befundes nicht fälschlicherweise Malaria auszuschließen“, erklärt die Expertin der ERV. Bestätigt sich der Malariaverdacht, sollte der Patient schnellstmöglich in ein Krankenhaus. Die dort verabreichten Medikamente richten sich nach Art der Malaria, Schwere der Erkrankung und der Region, in der sich der Betroffene infiziert hat – denn in manchen Regionen haben Parasiten bereits Resistenzen gegen bestimmte Medikamente entwickelt.

Schutz in Risikogebieten

Vor der Reise in ein Malaria-Gebiet sollten sich Urlauber von einem Reisemediziner beraten lassen. Auf der Website des Centrums für Reisemedizin finden sie reisemedizinisch fortgebildete Ärzte in ihrer Nähe. Liegt das Urlaubsziel in einem Gebiet mit hohem Malariarisiko, verschreibt der Arzt meist ein Malariamedikament, das Reisende bereits vor und während der Reise einnehmen sollten, um einer Infektion vorzubeugen. Für Gebiete mit einem geringeren Risiko empfiehlt es sich, ein Malariamedikament für den Notfall einzupacken. Dieses sollten Reisende nehmen, wenn es nicht möglich ist, innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der Symptome einen Arzt aufzusuchen. Am besten ist es jedoch, die alte Tropenweisheit zu befolgen: Kein Stich, keine Infektion! Um Stiche der dämmerungs- und nachtaktiven Mücken zu vermeiden, sollten Reisende sich zu diesen Zeiten so wenig wie möglich im Freien aufhalten. Ansonsten rät die ERV Expertin zu heller und langer Kleidung, die viel Haut bedeckt. „Zusätzlich die freiliegenden Hautstellen mit moskitoabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einreiben oder einsprühen“, ergänzt Dreyer. Auf Nummer sicher geht, wer auch seine Kleidung mit Mückenschutz einsprüht. Als besonders wirksam haben sich Produkte mit dem Inhaltsstoffen DEET und Icaridin erwiesen. Mückenschutz während der Nacht bietet ein Moskitonetz. Die Mücken stechen jedoch auch durch das Netz hindurch. Es sollte daher auch mit Mückenschutz imprägniert sein. Mitreisen sollte auch eine Reisekrankenversicherung, falls der Urlauber vor Ort einen Arzt aufsuchen muss. Das RundumSorglos-Paket der ERV enthält zusätzlich eine Reiserücktritts- (inklusive Reiseabbruch-), Reisekranken- und Reisegepäckversicherung. So kann sich der Reisende auf umfassenden Schutz verlassen, falls mal etwas nicht nach Plan läuft.
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Die ERV (Europäische Reiseversicherung) versteht sich über ihre Kompetenz als Reiseversicherer hinaus als innovatives Dienstleistungsunternehmen. Die ERV hat über 100 Jahre Reiseschutz-Geschichte geschrieben und ist Marktführer unter den Reiseversicherern in Deutschland. Als einer der führenden Anbieter in Europa ist sie heute in über 20 Ländern vertreten. Mit ihrem internationalen Netzwerk sorgt die ERV dafür, dass ihre Kunden vor, während und nach einer Reise optimal betreut werden.
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Tipps für Langstreckenflüge – Verbraucherfrage der Woche der ERV

Gut beraten von den Experten der ERGO Group

Roger M. aus Kiel:
Ich habe bald eine längere Flugreise vor mir. Wie kann ich mir die Zeit im Flugzeug möglichst angenehm gestalten?

Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäische Reiseversicherung):
Ein entspannter Langstreckenflug beginnt bereits mit der Platzwahl. Ein Fensterplatz ermöglicht den Blick über die Wolken und Reisende können ihren Kopf an der Wand anlehnen. Ein Platz am Gang ist ideal, um öfter aufzustehen und zwischendurch die Beine auszustrecken. Ist ein Online Check-in möglich, sollten Reisende dies nutzen, um frühzeitig ihren Lieblingsplatz zu wählen. Ein Nackenkissen, Kuschelsocken und vielleicht ein warmer Pulli können dazu beitragen, selbst in einem Flugzeugsitz etwas Schlaf zu finden. Um bei der Landung wieder frisch zu sein, gehören zudem Zahnpasta und Deo mit jeweils maximal 100ml Inhalt sowie Erfrischungstücher mit ins Handgepäck. Dazu kommen Nasenspray und Augentropfen für Passagiere, die auf die trockene Kabinenluft empfindlich reagieren. Außerdem: Viel Wasser oder Saft trinken! Kaffee und Tee können den Schlafrhythmus stören. Je länger die Flugzeit, desto größer die Gefahr einer Thrombose – die Bildung von Blutgerinnseln in Blutgefäßen. Bereits ab einer Flugdauer von sechs Stunden gilt: Regelmäßig aufstehen und sich bewegen. Wer generell zu geschwollenen Beinen und Krampfadern neigt, fliegt entspannter mit medizinischen Stützstrümpfen. Ausführliche Infos dazu bietet das CRM Centrum für Reisemedizin.
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