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Boeing-Flugverbot über Deutschland – Flug ade?

ARAG Experte Tobias Klingelhöfer nennt die wichtigsten Auswirkungen auf Flugreisen

Nur wenige Stunden, nachdem am Sonntag eine weitere Boeing 737 Max 8 abgestürzt war, hatte Bundesverkehrsminister Scheuer per Tweet bekannt gegeben, dass der deutsche Luftraum für diesen Flugzeugtypen bis auf Weiteres gesperrt wird ( Tweet BMVI). Mittlerweile hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die Sperre des gesamten europäischen Luftraumes für die Boeing Max 8 und 9 erklärt. Was dieses Verbot für Flugreisende von und nach Deutschland konkret bedeutet, erklärt ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer.

Sind deutsche Airlines überhaupt betroffen?
RA Tobias Klingelhöfer: Nein. Der in Äthiopien verunglückte Flugzeugtyp wird von deutschen Fluggesellschaften bislang noch gar nicht genutzt. Die Tuifly ist die erste Airline, die die Boeing 737 Max für Pauschalreisen auf die Kanaren einsetzen wollte. Der Erstflug war für Mitte April von Hannover nach Las Palmas geplant. Aber da die Sperrung des deutschen Lufttraumes für mindestens drei Monate angesetzt wurde, fällt diese Premiere wohl aus.
Auch die meisten ausländischen Luftfahrtunternehmen lassen ihre Boeings dieses Typs erst einmal am Boden. Nur einige nordamerikanische Fluggesellschaften wie z. B. die Southwest Airlines oder die American Airlines sowie die kanadische Air Canada halten noch an den Flugzeugen fest.

Was kann ich tun, wenn ich einen Flug mit der Boeing 737 Max 8 oder 9 gebucht habe?
RA Tobias Klingelhöfer: Da das Flugverbot eine reine Vorsichtsmaßnahme der EASA ist, weil erst im vergangenen Oktober ein Flugzeug gleichen Typs in Indonesien abgestürzt war, haben Flugreisende zurzeit keinen rechtlichen Anspruch, ihren Boeing 737-Flug auf Kosten der Airline zu stornieren oder umzubuchen. Denn Angst allein ist kein Argument.

Wenn man daher beispielsweise bei einer amerikanischen Fluggesellschaft einen Flug in einer Boeing 737 gebucht hat, gelten für Umbuchung oder Rücktritt die normalen Bedingungen der jeweiligen Airlines. Das heißt: Im Zweifel muss man die Kosten selbst tragen – zumal die US-Luftfahrtbehörde FAA noch kein Startverbot ausgesprochen hat.

Mit welchen Einschränkungen muss ich rechnen?
RA Tobias Klingelhöfer: Grundsätzlich können Verbraucher davon ausgehen, dass die Auswirkungen auf den gesamtdeutschen Luftverkehr überschaubar sein werden. Die meisten in Deutschland operierenden Airlines setzen die Boeing 737 Max 8 nur wenig bis gar nicht in Deutschland ein. Ich gehe davon aus, dass die wenigen Flüge mit anderen Flugzeugtypen durchgeführt werden, so dass die Passagiere wie geplant in Deutschland landen oder starten dürfen. Wer sicher gehen will, sollte einen Blick auf die Webseiten der entsprechenden Fluggesellschaften werfen.

Was geschieht, wenn es Hinweise auf technisches Versagen als Absturz-Ursache gibt?
RA Tobias Klingelhöfer: Auch wenn das zu diesem Zeitpunkt noch Kaffeesatz-Leserei ist, hätten Passagiere dann, wenn feststeht, dass dieser Flugzeugtyp ein technisches Problem hat, eher eine Chance, zusätzliche Kosten für eine Umbuchung von der Fluggesellschaft oder vom Reiseveranstalter erstattet zu bekommen. Aber dazu muss, wie gesagt, eindeutig bewiesen sein, dass es technische Probleme mit der Boeing 737 Max 8 gibt.

Mehr zum Thema unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/reise-und-freizeit/

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Ihre Rechte bei der Reise mit Bus und Bahn

ARAG Experten über Fahrgastrechte und wie man sie durchsetzt

Ihre Rechte bei der Reise mit Bus und Bahn

Wer wegen voller Autobahnen aus Umweltschutzgründen das Auto zu Hause lässt und sich stattdessen für die Bahn oder den Fernbus entscheidet, hofft zunächst auf eins: Dass die Reise planmäßig verläuft und Passagiere und Gepäck pünktlich ankommen. Doch selbst wenn nicht alles nach (Fahr-)Plan verläuft, ist es immerhin gut zu wissen, dass Reisende nicht rechtlos sind. ARAG Experten erläutern, welche Ansprüche den Kunden von Zug und Fernbuslinien inzwischen zustehen.

Rechte von Bahnreisenden
Wer mit der Bahn unterwegs ist, steht nicht rechtlos da, wenn sich die geplante Ankunft verspätet. Geregelt sind die Ansprüche in der EU-Fahrgastrechte-Verordnung, die seit 2009 in Kraft ist. Verzögert sich die Ankunft am Zielort um mindestens 60 Minuten, haben Fahrgäste danach ein Anrecht auf eine Entschädigung in Höhe von 25 Prozent des Fahrpreises für die einfache Fahrt.

Bei zwei Stunden Verspätung und mehr sind es 50 Prozent. Wurde eine Hin- und Rückfahrkarte gekauft, berechnet sich die Entschädigung auf Basis der Hälfte des insgesamt bezahlten Fahrpreises. Die Regelung gilt laut Europäischem Gerichtshof (EuGH) auch für den Fall, dass die Verspätung auf höherer Gewalt beruht (Urteil vom 26.09.2013, Az.: C-509/11).

Zeitfahrkarten wie Job-Tickets oder Monatskarten werden mit unterschiedlichen Pauschalen je Verspätung ab 60 Minuten entschädigt. So gibt es zum Beispiel für Inhaber von Nahverkehrs-Zeitkarten in der 2. Klasse pauschal 1,50 Euro und in der 1. Klasse 2,25 Euro. Nach der Verordnung dürfen Eisenbahnunternehmen jedoch eine sogenannte Bagatellgrenze von maximal 4 Euro festlegen, unterhalb derer keine Entschädigung ausgezahlt wird. Nahverkehrskunden sehen also erst ab der zweiten beziehungsweise dritten Verspätung innerhalb der Gültigkeitsdauer der Zeitkarte Geld.

Bei mehr als einer Stunde Verspätung müssen den Fahrgästen zudem Betreuungsleistungen in Gestalt von Verpflegung und Telefonaten angeboten werden. Wird aufgrund einer solchen Verspätung eine Übernachtung nötig, erhält der gestrandete Reisende auch die Kosten einer angemessenen Hotelunterkunft erstattet. Zeichnet sich bereits vor der Abfahrt eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, können Reisende auch auf die Fahrt verzichten und sich den Ticketpreis erstatten lassen. Alternativ können sie die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Da der Fahrgast die Verspätung des Zuges nachweisen muss, raten ARAG Experten dazu, sich von der Eisenbahngesellschaft eine Bescheinigung über die Verspätung ausstellen zu lassen. Diese erhält man entweder beim Servicepersonal des verspäteten Zuges oder im Anschluss an die Zugfahrt im Servicecenter der Eisenbahngesellschaft, wie etwa im DB Service Point. Ansprüche gegen die Deutsche Bahn zum Beispiel können mit dem Fahrgastrechte-Formular geltend gemacht werden. Zusammen mit der Originalfahrkarte muss das Formular an die Deutsche Bahn geschickt oder in einem DB Reisezentrum abgegeben werden.

Fahrgastrechte im Fernbus
Seit Anfang 2013 dürfen Fernbusse der Bahn auf innerdeutschen Strecken Konkurrenz machen. Das Netz der Buslinien ist seitdem rasant gewachsen. Doch wie sieht es bei all der Begeisterung über die oft günstigen Städteverbindungen mit den Rechten der Fernbusreisenden aus? Auch hier war der europäische Gesetzgeber nicht untätig und hat die EU-Verordnung über die Fahrgastrechte im Kraftomnibusverkehr verabschiedet, die seit dem 1. März 2013 gilt. Sie regelt unter anderem die Rechte der Fahrgäste bei Verspätung oder Annullierung der Abfahrt und die daraus resultierenden Erstattungsansprüche.

Konkret gilt danach für Fahrten von mehr als 250 Kilometern folgendes: Bei Annullierung, Überbuchung oder mehr als zweistündiger Verspätung der Abfahrt muss der Beförderer den Fahrgästen die Fortsetzung der Fahrt (gegebenenfalls mit geänderter Streckenführung) oder eine Erstattung des Fahrpreises anbieten. Tut er das nicht, kann der Fahrgast zusätzlich eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Fahrpreises beanspruchen. Über die Annullierung oder eine Verspätung der Abfahrt muss der Beförderer so rasch wie möglich, spätestens aber 30 Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit informieren.

Wird eine planmäßig mehr als drei Stunden dauernde Fahrt annulliert oder verspätet sich eine solche Abfahrt von einem Busbahnhof um mehr als 90 Minuten, muss den Fahrgästen kostenlos ein Imbiss, Mahlzeiten oder Erfrischungen angeboten werden. Falls erforderlich, haben sie auch Anspruch auf ein Hotelzimmer – und zwar bis zu zwei Nächten und 80 Euro pro Nacht und Fahrgast. Letzteres gilt allerdings nicht, wenn widrige Wetterbedingungen oder schwere Naturkatastrophen für die Verspätung oder Annullierung verantwortlich waren.

Die EU-Verordnung normiert darüber hinaus auch die Ansprüche der Fahrgäste, wenn Gepäckstücke infolge eines Unfalls verloren gehen oder beschädigt werden. Die Höhe der Entschädigung bemisst sich laut Verordnung zwar nach den deutschen Vorschriften. Die Höchstgrenze muss jedoch mindestens 1.200 Euro pro Gepäckstück betragen. Außerdem muss der Beförderer den Fahrgästen nach einem Unfall Hilfe in Gestalt von Unterbringung, Verpflegung, Kleidung, erster Hilfe oder Beförderung leisten. Beides gilt aber wiederum nur für Strecken, die planmäßig länger als 250 Kilometer sind.

Durchsetzung von Ansprüchen: Schlichtungsstelle SÖP
Und wer hilft weiter, wenn sich die Eisenbahngesellschaft oder das Busunternehmen weigern, die berechtigten Ansprüche der Reisenden zu erfüllen? Die Bundesregierung hat hierfür die „Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V.“ – kurz: SÖP – als Schlichtungsstelle für Streitfälle anerkannt. Dorthin können sich Reisende wenden, wenn ihre Beschwerde beim Unternehmen erfolglos war und das Unternehmen Mitglied bei der SÖP ist. Eine Liste der Verkehrsunternehmen, die Mitglied sind, findet sich im Internet. Das Schlichtungsverfahren ist für die Reisenden kostenlos. Voraussetzung für eine Schlichtung ist allerdings, dass der Anspruch zunächst (erfolglos) gegenüber dem Beförderer geltend gemacht wurde und seit der Geltendmachung mehr als ein Monat vergangen sind. Das passende Online-Formular für die Beschwerde finden Betroffene im Internet.

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Brexit: Schnell noch mal nach Großbritannien?

ARAG Experten informieren, was sich für Urlauber nach dem EU-Austritt ändern kann

Brexit: Schnell noch mal nach Großbritannien?

Ob die bergigen schottischen Highlands oder die Piers rund um den Badeort Blackpool; ob die pulsierenden Metropolen London, Birmingham und Glasgow oder die verschlafenen Kanalinseln – das Vereinigte Königreich von Großbritannien hat auch Urlaubern eine Menge zu bieten. Trotzdem tritt das Land am 29. März 2019 voraussichtlich aus der Europäischen Union (EU) aus. So hat es gestern Abend das britische Parlament beschlossen. Noch herrscht zwar Uneinigkeit darüber, welche konkreten Bedingungen für den Austritt gelten, aber Fachleute und politische Beobachter halten wietere Zugeständnisse der EU eher für unwahrscheinlich. Doch egal, ob mit oder ohne Vertrag mit der EU – für Reisende wird der Brexit Folgen haben. Welche das sein könnten, erläutern die ARAG Experten.

Einreise nach Großbritannien
Wer ins Vereinigte Königreich (engl. United Kingdom [UK] – bestehend aus England, Schottland, Wales und Nordirland) einreisen möchte, muss schon heute Grenzkontrollen mit einem gültigen Personalausweis passieren, da das UK nie Mitglied des Schengener Abkommens war. So viel ändert sich bei der Einreise also gar nicht. Künftig könnte man aber gegebenenfalls statt eines gültigen Personalausweises einen Reisepass benötigen. Es könnte sogar zusätzlich eine Visumspflicht eingeführt werden, was aber unwahrscheinlich ist. Denkbar wäre aber ein Visum für längere Aufenthalte ab 90 Tage, wovon beispielsweise Austauschschüler und Studenten betroffen wären.

Flüge von und nach Großbritannien
Sollte es einen ungeregelten Austritt ohne Abkommen mit der EU geben, scheidet das UK am Austrittsdatum aus dem gemeinsamen europäischen Luftverkehrsraum aus. Damit könnten Teile des Flugverkehrs zwischen Großbritannien und der EU zum Erliegen kommen. Reisen von und nach Großbritannien könnten dann storniert werden. Davon betroffen wären aber auch Passagiere, die bei Langstreckenflügen beispielsweise in London umsteigen. Vorschlag der EU, über den noch beraten wird: Britischen Airlines werden bis 30. März 2020 Verkehrsrechte für Flüge aus dem UK in die EU und umgekehrt eingeräumt. Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass dies nur ein Notfallplan ist, der laut Bundesregierung „lediglich die Aufrechterhaltung grundlegender Verkehrsverbindungen“ gewährleisten soll. Ein weiterer Grund zur Vorsicht: Die Rechte der Fluggäste sind in der EU-Fluggastrechteverordnung geregelt. Wer nach dem Brexit mit einer britischen Fluglinie fliegt, hat kaum noch Anrecht auf Entschädigungen bei Verspätungen und Flugannullierungen.

Bin ich auf einer Reise krankenversichert?
Zuerst die gute Nachricht: Für privat Krankenversicherte ändert sich auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU voraussichtlich nichts. Da die private Krankenversicherung in der Regel weltweit gültig ist, wird die medizinisch notwendige Versorgung auch bei Reisen nach UK übernommen. Voraussetzung: Der Aufenthalt ist zeitlich auf einen Monat begrenzt. Anders kann es künftig gesetzlich Versicherten ergehen. Bei einem harten Brexit wäre die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nicht mehr gültig. Dann raten ARAG Experten dringend zum Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung, wenn es ins Vereinigte Königreich geht. Bleibt Großbritannien nach dem Brexit allerdings Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), behält die EHIC ihre Gültigkeit und es ändert sich voraussichtlich nichts. Mit dieser Karte, die von den gesetzlichen Kassen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, können Versicherte in allen EU-Mitgliedstaaten einen Arzt aufsuchen und bekommen die gleichen ärztlichen Leistungen wie die Bewohner des Reiselandes.

Rückschritt auch beim Roaming
Die innerhalb der EU abgeschafften Roaming-Gebühren für Handy-Telefonate und Textnachrichten ins Ausland könnten wieder anfallen, sobald es auf die Insel geht. Hier sollte man seinen jeweiligen Anbieter direkt fragen. Sonst drohen unliebsame Überraschungen in Form einer saftigen Telefonrechnung, wenn man per Handy oder Laptop auf der Reise durch das Vereinigte Königreich den Kontakt zu den lieben Daheimgebliebenen gehalten hat.

Das liebe Geld
Der Austritt Großbritanniens aus der EU war kaum beschlossen, da legte das Britische Pfund eine beispiellose Talfahrt hin. Die britische Währung ist daher so preiswert zu haben, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das ist erst einmal prima für Urlauber aus dem Euro-Raum. Laut ARAG Experten könnte es künftig allerdings Obergrenzen für Zahlungen mit Bargeld geben und andere Vorschriften, wenn man Bargeld bei Ein- oder Ausreise anmeldet. Auch das kundenfreundliche EU-weite Verbot von Zusatzkosten, wenn man einen Restaurantbesuch oder den Eintritt ins Theater mit der Kreditkarte begleichen möchte, fällt mit dem Brexit und kann schnell die Urlaubsstimmung trüben. Eher unwahrscheinlich ist hingegen ein Austritt Großbritanniens aus dem gemeinsamen Zahlungssystem SEPA (Single European Payment Area), da dies den Handel mit den EU-Mitgliedstaaten erschweren würde. Dieses System erleichtert Verbrauchern, grenzüberschreitende Überweisungen und Abbuchungen zu tätigen.

Fazit:
Für deutsche Urlauber wird der Besuch von England, Schottland, Wales und Nordirland durch den Brexit nicht unmöglich, aber womöglich deutlich komplizierter. Auch das Reisen mit mehrheitlich britischen Fluglinien wirft noch viele Fragen auf. Wer beim Besuch des Vereinigten Königreiches von Großbritannien keine Schlappe erleben möchte, sollte seine Reise schnell buchen – nämlich vor dem 29. März dieses Jahres!

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Schneechaos und Lawinenwarnung

ARAG Experten erläutern die Rechte von Urlaubern

Schneechaos und Lawinenwarnung

Heftige Schneefälle haben in der Alpenregion zu Unfällen geführt. In Bayern gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe, in Österreich starben am vergangenen Wochenende zwei Skifahrer. Mit den derzeitigen Temperaturschwankungen kommt die Schneedecke in Bewegung; es besteht also weiterhin erhöhte Lawinengefahr. ARAG Experten erläutern daher die Rechte der Urlauber.

Nur Gefahrenstufe 5 ist höhere Gewalt
Wintersportler, die wegen der Lawinengefahr zum Rumsitzen verurteilt sind, haben nur dann eine Chance auf Rückerstattung der Reisekosten, wenn nachweislich ein Fall von höherer Gewalt vorliegt, z. B. wenn die höchste Lawinenstufe (Stufe 5) angekündigt wurde. Dies entschied das Amtsgericht Herne schon vor einigen Jahren, und so ist es seitdem allgemein anerkannte Rechtspraxis (AG Herne, Az.: 2 C 175/99).

Wenn die Anreise unmöglich ist
Kommen Reisende wegen gesperrter Straßen gar nicht erst zum Urlaubsort, können sie den Urlaub stornieren. Sind nachweisbar alle Zufahrtsstraßen blockiert, bekommen Urlauber ihren Reisepreis zurück. Um das zu beweisen, sollten sich Urlauber Zeitungsberichte oder Meldungen aus dem Internet aufbewahren, raten ARAG Experten.

Es muss jedoch eine konkrete Gefährdung des Wintersportgebiets vorliegen, beziehungsweise der Zielort wegen Straßensperren unerreichbar sein. Andernfalls sind Sie als Urlauber oft auf die Kulanz des Reiseveranstalters oder Hoteliers angewiesen, wenn Sie sich kurzfristig für einen Reiserücktritt entscheiden. ARAG Experten verweisen auf folgenden Fall: Aufgrund von Medienberichten über ein Schneechaos im Skigebiet hatte ein Urlauber seine Buchung kurzfristig storniert. Der Hotelbetreiber verwies jedoch darauf, dass das Hotel selbst nicht betroffen gewesen sei, und dass die meisten Straßen und Zufahrtswege innerhalb kurzer Zeit wieder frei gewesen seien. Das Amtsgericht Viechtach hatte in diesem Fall zu Gunsten des Hotelbetreibers entschieden (AZ 2 C 463/06). Schlechte Karten haben allerdings Urlauber, wenn sie für den Skiurlaub privat ein Zimmer in einer Pension oder eine Ferienwohnung gebucht haben. Bei einer Privatbuchung liegt Mietrecht vor und der angemietete Wohnraum muss bezahlt werden, unabhängig davon, ob dieser genutzt wird oder nicht.

Wer zahlt, wenn sich die Abreise verzögert?
Die Schneelage im österreichischen Alpenraum ist noch kritischer als in Süddeutschland. Eine Straße nach der anderen wird gesperrt, hunderte Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Bei dem einen oder anderen Wintersportler kann das zu einer unfreiwilligen Verlängerung des Urlaubs führen. Da die meisten Skireisen mit eigener Anreise gebucht werden, haben Veranstalter in der Regel nicht die Pflicht, Kunden nach Hause zu befördern. Eingeschneite Urlauber können also nicht darauf pochen, mit dem Hubschrauber ausgeflogen zu werden, wenn alle Straßen gesperrt sind. Veranstalter von Busreisen müssen die Urlauber zwar wieder nach Hause transportieren – aber erst, sobald die Straßen frei sind. So lange müssen sich betroffene Urlauber also gedulden und unter Umständen entstehende Kosten für zusätzliche Übernachtungen und Verpflegung selbst tragen.

Kein Ersatz für Skilift-Karten
Wer schon vor Ort ist und aufgrund der hohen Lawinengefahr und geschlossener Lifte nicht auf die Skipiste kann, hat Pech. Der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren und ist aus der Pflicht. Ein Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadensersatz besteht nicht. Auch wer als Individualreisender im Skiurlaub ist, bleibt wahrscheinlich auf den Kosten für den Skipass sitzen, denn Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus. So heißt es zum Beispiel bei Ski Amade in Österreich: „Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung.“

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Urlaub: Die Kreditkarte ist immer dabei

ARAG Experten erläutern das Für und Wider der Kreditkarte als Urlaubskasse.

Urlaub: Die Kreditkarte ist immer dabei

Dank des Euros müssen Sie sich längst nicht mehr vor der Auslandsreise mit Lira, Peseten oder Drachmen eindecken. Eigentlich benötigen Sie gar kein Bargeld mehr – die Kreditkarte ist schließlich immer dabei. Ganz unvorbereitet sollten Sie den Urlaub aber nicht antreten. ARAG Experten geben einige Tipps zum Umgang mit der Kreditkarte im Urlaub.

Kreditkarte – Vorsicht Gebühren!
Eine Kreditkarte ist ganz bestimmt ein hilfreicher Reisebegleiter. Weltweit gibt es die Akzeptanzstellen zum bargeldlosen Bezahlen zum Beispiel in Hotels, Restaurants, Bars und Geschäften. Wollen Sie ein Auto mieten, ist eine Kreditkarte oftmals sogar Voraussetzung. Doch viele Kreditkarten sind nur auf den ersten Blick kostenlos. Nicht selten entstehen hohe Zinsen und Gebühren für den Einsatz im Ausland. Die meisten erheben für das Abheben von Bargeld, zum Beispiel im Urlaub, Gebühren. Bei vielen Karten kommt außerhalb der Euro-Länder zu den Abhebegebühren noch ein Aufschlag von meist 1,75 Prozent dazu, die sogenannte Auslandseinsatzgebühr. Sie wird auch beim Bezahlen verlangt, zum Beispiel beim Tanken oder im Restaurant. Einige Banken bieten aber Kreditkarten an, mit denen man im In- und Ausland kostenlos Geld abheben kann. Darum lohnt es sich, Leistungen zu vergleichen. Auch beim Abrechnungsverfahren lässt sich sparen. An manchen Geldautomaten in Ländern ohne Euro können Reisende wählen, ob sie die Belastung in Euro oder in Landeswährung wünschen. Naheliegend wäre, „in Euro“ zu wählen. Das aber ist die teurere Variante gegenüber der Abrechnung in Landeswährung. Denn der Automatenbetreiber nimmt für diese Sofort-Umrechnung einen Aufschlag von bis zu zehn Prozent. Daher sollten Sie immer die Belastung in der Landeswährung wählen, selbst wenn der Automat dann warnt, dass der Wechselkurs nicht garantiert sei!

Abrechnungen sind oft intransparent
ARAG Experten raten: Prüfen Sie regelmäßig die Umsätze auf ihrer Kreditkartenabrechnung. Besonders im oder nach dem Urlaub! Je kürzer die Abstände, desto besser können sie sich an die Ausgaben erinnern. Heben sie dafür am besten die Belege der Zahlungen auf, denn viele Monatsabrechnungen der Kreditkarten sind unübersichtlich, für Kunden schwer nachvollziehbar und nicht transparent. Bei der Abrechnung von Umsätzen in fremder Währung fehlt der Umrechnungskurs oder die Höhe der Gebühr. Teilweise werden Gebühren sogar versteckt. So berechnen Banken für den Karteneinsatz in einer fremden Währung meist 1-2 Prozent vom Umsatz. Oft kann der Kunde aber die Kosten und den verwendeten Kurs nicht vollständig oder nur mit großem Rechenaufwand nachvollziehen. Hinzu kommen häufig nicht verständliche Formulierungen. Wenn sie ihre Kreditkartenabrechnung nicht verstehen oder einzelne Posten unklar sind, fragen sie bei ihrer Bank nach. Wichtig: Melden sie unberechtigte Umsätze so schnell es geht, damit die Bank sie zurückbucht.

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Handgepäck im Flugzeug

ARAG Experten sagen, was mitfliegen darf und was nicht!

Handgepäck im Flugzeug

Ob bei Städtetrips übers Wochenende oder bei der Billig-Airline, die die Gepäckannahme extra abrechnet – das Fliegen nur mit Handgepäck liegt voll im Trend. Das Handgepäck wird somit stetig größer. Was frühe die Handtasche der reisenden Damen war, sind heute mehr oder weniger kleinformatige Koffer. Um ihre Beinfreiheit beraubte Fluggäste und Stewardessen im Kampf mit vollgestopften Gepäckfächern können ein Lied davon singen. Was überhaupt ins Handgepäck gehört und was nicht, klären ARAG Experten.

Verboten im Handgepäck
Pistolen, Feuerwaffen, deren Munition und sonstige Waffen haben in der Flugkabine und somit auch im Handgepäck natürlich gar nicht verloren! Das gilt laut ARAG Experten auch für Nachbildungen und Imitationen von Waffen – das beinhaltet auch Spielzeugwaffen für Kinder. Gegenstände, die als Waffe eingesetzt werden können, wie z.B. Ski- und Wanderstöcke oder Schlittschuhe und Rasierklingen sind im Handgepäck nicht erlaubt.Das gilt auch für neutralisierende oder kampfunfähig machende Gegenstände, wie z.B. Elektroschocker und Gegenstände, die als Schlagwaffe gebraucht werden können, wie z.B. Baseballschläger, Golfschläger oder Skateboards. Die Flugkabine ist auch kein Chemielabor: Explosive und entflammbare Stoffe sowie chemische und toxische Stoffe sind genau so verboten wie Feuerwerkskörper. Und auch wenn in der Enge der Kanbine andere Passagiere einem ab und zu unangenehm nahe kommen können: Auch Abwehr- und Betäubungssprays, wie z.B. Pfefferspray gehören niemals ins Handgepäck.

Die Sache mit den Flüssigkeiten
Um die Sicherheit an Bord der Flugzeuge zu erhöhen, wurden in den vergangenen Jahren mehrere Gesetze erlassen und Richtlinien erstellt, die regeln, welche Gegenstände in der Flugzeugkabine mitgeführt werden dürfen. Am bekanntesten ist sicher die EU-Richtlinie, die die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck regelt. Sie besagt, dass von den folgenden Waren jeweils nur 100-ml-fassende Behälter mitgeführt werden dürfen:
– Flüssigkeiten, wie Wasser, Erfrischungsgetränke, Saft, Suppen und Sirup
– Cremes, Gels, Shampoos, Duschgels, Lotionen und Öle
– Kosmetikartikel, wie Mascara, Parfum, flüssiges Make-up, flüssiger Lippenstift und Zahnpasta
– Sprays und Schäume, wie Rasierschaum, Haarspray, Deodorant, Haarschaum
– Mixturen aus flüssigen und festen Stoffen und andere Gegenstände ähnlicher Zusammensetzung (z.B. Brotaufstrich, Joghurt)
Die Behälter müssen in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren Beutel von max. 1 Liter Inhalt untergebracht sein. Auf gar keinen Fall mitgeführt werden dürfen Gas und Gasbehälter, Benzinfeuerzeuge und Farbsprühdosen, so ARAG Experten.

Taschenmesser – ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs?
Auch die Dinge des täglichen Gebrauchs wie Nagelscheren oder Einmalrasierer dürfen der EU in der Regel ins Handgepäck. Anders sieht es aber bei Reisen nach Asien oder in die USA aus. Scharfe Gegenstände sind dort tabu. Auch das vielgeliebte Taschenmesser mit einer Klingenlänge bis 6 cm, sollte da nicht ins Handgepäck. Wer, darauf beim Flug nicht verzichten kann, muss eben in der EU bleiben, obwohl es auch hier schon zu Problemen bei der Sicherheitsüberprüfung gekommen sein soll.

Immer im Handgepäck
Einige Gegenstände müssen sogar im Handgepäck transportiert werden. Eine Mitnahme im Aufgabegepäck ist nicht erlaubt. Dazu gehören laut ARAG Experten die Lithium-Ionen-Akkus in Handys und Laptops, sowie auch E-Zigaretten. Ausnahmen gibt es nur bei Flügen in die USA und nach Großbritannien, wenn diese aus bestimmten Ländern starten. In diesen Ausnahmefällen ist die Mitnahme von Laptops und Handy im Handgepäck verboten. Für Flüge von Europa gilt dies allerdings nicht. Auch einige andere Gegenstände sollten immer ins Handgepäck. Denn es kann vorkommen, dass das aufgegebene Gepäck verspätet oder sogar gar nicht am Reiseziel ankommt. Wenn Sie also vom Ferienhaus den Schlüssel schon haben – ins Handgepäck! Sonst stehen Sie bei Gepäckverlust nicht nur ohne Badehose am Urlaubsort, sondern auch vor verschlossenen Türen. Da bei Gepäckverlust nur ein Maximalbetrag von ca. 1300 Euro erstattet wird, sollten auch teurer Schmuck, die Kameraausrüstung und andere Wertgegenstände nicht in den Koffer, sondern ins Handgepäck.

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit mehr als 4.000 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von 1,6 Milliarden EUR.

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Unerlaubte Reisemitbringsel

ARAG Experten über Souvenirs, für die sich der Zoll interessiert

Unerlaubte Reisemitbringsel

Der Ferienzeit ist vorbei und für die nächsten Monate müssen die Urlaubserinnerungen über den Alltag hinweghelfen. Wie gut, wenn man einige mehr oder weniger kostspielige Souvenirs heimgebracht hat, die die Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres wach halten. Doch Vorsicht: Für einige Mitbringsel interessiert sich auch der Zoll. Und statt der schönen Urlaubsträume bedeuten sie eine Menge Ärger. Welche Souvenirs die Urlaubserinnerungen schon bei der Rückreise trüben können, sagen ARAG Experten:

Plagiate
Dabei handelt es sich nicht um die dubiosen Doktorarbeiten einiger Spitzenpolitiker, sondern um besonders günstige Designerware. Diese werden besonders häufig von Urlaubsreisen mitgebracht. Meist ist es Markenpiraterie, also das Anbringen von Etiketten an minderwertiger Kleidung, um eine höherwertige Designermarke vorzutäuschen. Da dem Inhaber einer Marke das ausschließliche Nutzungsrecht an der Marke zusteht, hat er gegenüber demjenigen, der die Marke unberechtigt verwendet, neben einem Anspruch auf Auskunft und Vernichtung der gefälschten Ware auch Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche. Diese werden in aller Regel außergerichtlich durch eine kostenpflichtige Abmahnung geltend gemacht. Gibt der Markenrechtsverletzer allerdings keine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab, können die Ansprüche auch gerichtlich geltend gemacht werden. Beim Unterlassungsanspruch kommt es auf ein Verschulden des Verkäufers nicht an. Es ist daher nicht ausschlaggebend, ob der Verkäufer wusste oder wissen konnte, dass es sich um eine Fälschung handelt. Der Anspruch auf Schadensersatz setzt hingegen ein schuldhaftes Handeln des Verkäufers voraus. Kann dem Verkäufer nachgewiesen werden, dass er von der Fälschung wusste oder hätte wissen können, hat der Käufer darüber hinaus auch einen Anspruch auf Schadensersatz, so ARAG Experten. Glück im Unglück: Laut Auskunft des Zolls (www.zoll.de) schreitet dieser bei gefälschter Ware nicht ein, wenn die Ware keinen kommerziellen Charakter hat, im persönlichen Gepäck des Reisenden geführt wird und z.B. bei Flugreisenden den Wert von 430,00 Euro nicht übersteigt.

Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll an deutschen Flughäfen Mitbringsel, die unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen fallen. Damit will man dem weltweiten Artenschwund, der auch durch Massentourismus und Fernreisetrend stetig zugenommen hat, Einhalt gebieten. Weltweit stehen derzeit ungefähr 5.600 Tier- und 30.000 Pflanzenarten auf der Liste des Artenschutzes und sind damit „streng“ oder „besonders“ geschützt. Während die „bewussten“ Straftäter, also Händler, die zum Beispiel Elfenbein nach Europa importieren, nur einen kleinen Teil der Straftäter ausmachen, sind es oft unwissende Touristen, die die hohen Geldstrafen für die Einfuhr von geschützten Arten bezahlen müssen. Denn obwohl man etwa ein Tierskelett in Afrika öffentlich auf einem Markt erstanden hat, kann es dennoch sein, dass dieses unter die Regelungen zum Artenschutz fällt und demnach in Deutschland eine hohe Geldbuße fällig wird. Dass der Tourist das illegale Mitbringsel am Zoll abgeben muss, versteht sich von selbst. Auch Gegenstände, die augenscheinlich nichts mit dem Aussterben oder der Quälerei von Tieren zu tun haben, können dem Reisenden zum Verhängnis werden: Für die Gewinnung von Kleidungsstücken aus Shahtoosh-Wolle beispielsweise müssen Antilopen nicht geschoren, sondern geschlachtet werden. Um Bußgeldern und einer möglichen Anzeige zu entgehen, sollten sich Urlauber immer zuerst erkundigen, ob das Mitbringsel ihrer Wahl nicht gegen den Artenschutz verstößt. Hierzu liefert die Anwendung “ Artenschutz im Urlaub„, die gemeinsam vom deutschen Zoll und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) betrieben wird, Informationen. Internetauftritt des deutschen Zolls und des Bundesamts für Naturschutz Informationen. Unter www.wisia.de finden Sie außerdem eine Auflistung des BfN aller Tier- und Pflanzenarten, die unter die Artenschutzbestimmung fallen.

EU: Das Recht auf Freizügigkeit hat Grenzen
Das Recht auf Freizügigkeit ermöglicht es jedem Bürger der Europäischen Union, sich innerhalb der EU frei zu bewegen und behandelt zu werden wie die Bürgerinnen und Bürger des betreffenden Mitgliedstaates. Dazu gehört auch das grenzenlose Reisen mit den damit verbundenen Vorteilen. Für bestimmte Waren kann es aber Einschränkungen geben. Das gilt für Arzneimittel, Kulturgüter, Feuerwerkskörper und natürlich Waffen und Munition. Genussmittel können für den persönlichen Bedarf abgabenfrei und ohne Zollformalitäten nach Deutschland mitgebracht werden. ARAG Experten warnen aber: Wer Waren in so großen Mengen mitführt, dass eine rein private Verwendung zweifelhaft erscheint, muss unter Umständen gehörig nachzahlen. Für Genussmittel wurden deshalb Richtmengen festgelegt, bis zu denen eine Verwendung zu privaten Zwecken angenommen wird.

Richtmengen innerhalb der EU:

Zigaretten: 800 Stück
Zigarillos: 400 Stück
Zigarren: 200 Stück
Rauchtabak: 1 Kilogramm
Spirituosen (z.B. Weinbrand, Whisky, Rum, Wodka) : 10 Liter
Alkoholhaltige Süßgetränke (Alkopops): 10 Liter
Zwischenerzeugnisse (z.B. Sherry): 20 Liter
Schaumwein: 60 Liter
Bier: 110 Liter
Kaffee : 10 Kilogramm
Kaffeehaltige Waren: 10 Kilogramm

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Artenschutz: Verbotene Souvenirs

ARAG Experten warnen vor Urlaubsandenken, die gegen den Artenschutz verstoßen.

Artenschutz: Verbotene Souvenirs

Der Zoll und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weisen Urlaubsheimkehrer auf die nationalen und internationalen Regelungen zum Artenschutz hin, um die Einfuhr von geschützten Pflanzen- und Tierarten oder Erzeugnissen daraus zu unterbinden. Hierbei handelt es sich zumeist um Mitbringsel aus dem Ausland, die Touristen einführen, ohne sich der Bestimmungen über den Artenschutz bewusst zu sein. Um hohe Strafgelder zu vermeiden, raten ARAG Experten dazu, vor dem Urlaub Erkundigungen über den Schutz verschiedener Pflanzen und Tiere einzuholen.

Streng geschützt
Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll an deutschen Flughäfen Mitbringsel, die unter das in den 70er Jahren beschlossene Washingtoner Artenschutzübereinkommen fallen. Damit will man dem weltweiten Artenschwund, der auch durch Massentourismus und Fernreisetrend stetig zugenommen hat, Einhalt gebieten. Weltweit stehen derzeit ungefähr 5.600 Tier- und 30.000 Pflanzenarten auf der Liste des Artenschutzes und sind damit „streng“ oder „besonders“ geschützt.

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe
Während die „bewussten“ Straftäter, also Händler, die zum Beispiel Elfenbein nach Europa importieren, nur einen kleinen Teil der Straftäter ausmachen, sind es oft unwissende Touristen, die die hohen Geldstrafen für die Einfuhr von geschützten Arten bezahlen müssen. Denn obwohl man etwa ein Tierskelett in Afrika öffentlich auf einem Markt erstanden hat, kann es dennoch sein, dass dieses unter die Regelungen zum Artenschutz fällt und demnach in Deutschland eine hohe Geldbuße fällig wird. Dass der Tourist das illegale Mitbringsel am Zoll abgeben muss, versteht sich von selbst. Auch Gegenstände, die augenscheinlich nichts mit dem Aussterben oder der Quälerei von Tieren zu tun haben, können dem Reisenden zum Verhängnis werden: Für die Gewinnung von Kleidungsstücken aus Shahtoosh-Wolle beispielsweise müssen Antilopen nicht geschoren, sondern geschlachtet werden.

Fauna und Flora
Während vielen Deutschen bekannt ist, dass etwa das heimische „Edelweiß“ unter Naturschutz steht, sieht das im Ausland schon ganz anders aus. Manche Sachen dürfen eingeführt werden, wenn man deren legalen Erwerb beweisen kann. Um Bußgeldern und einer möglichen Anzeige zu entgehen, sollten sich Urlauber immer zuerst erkundigen, ob das Mitbringsel ihrer Wahl nicht gegen den Artenschutz verstößt. Hierzu liefern der Internetauftritt des deutschen Zolls und des Bundesamts für Naturschutz Informationen. Unter www.wisia.de finden Sie eine Auflistung des BfN aller Tier- und Pflanzenarten, die unter die Artenschutzbestimmung fallen.

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit mehr als 4.000 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von 1,6 Milliarden EUR.

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Kinderschutz statt Sextourismus

ARAG Experten über ein lange verdrängtes Thema

Kinderschutz statt Sextourismus

Seit vielen Jahren setzt sich ECPAT Deutschland – ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen, das sich für die Beendigung der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Kindern stark macht – mit anderen Partnern und nicht zuletzt der Polizei gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus ein. Gerade in der Haupturlaubszeit weist der Verein auf Möglichkeiten hin, über die jeder Reisende Verdachtsmomente oder Straftaten melden kann. ARAG Experten berichten.

Nicht wegsehen
Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist eine Straftat. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit! Sextouristen aus Deutschland können für ihre im Ausland begangenen Taten auch in Deutschland angeklagt und verurteilt werden. Eine strafrechtliche Verfolgung ist nötig; sie ist aber nur möglich, wenn die kriminellen Vorgänge auch hier bekannt werden. Deswegen ist es entscheidend, dass Reisende eventuelle auffällige Beobachtungen melden. Die im Auftrag von ECPAT erstellte Studie „Viele Fälle – wenig Verurteilungen!“ unterstreicht die ersten Erfolge einer Online-Meldemöglichkeit unter www.nicht-wegsehen.net. In den ersten anderthalb Jahren seit der Schaltung der Seite sind 58 Meldungen eingegangen, bei 29 Meldungen handelte es sich um Kindeswohlgefährdungen aufgrund von Gewalteinwirkung. Der begründete Verdacht auf sexuelle Ausbeutung Minderjähriger war in 21 Fällen gegeben. Davon handelte es sich bei knapp der Hälfte um Vorkommnisse mit deutschen Reisenden oder Touristen als Täter. Bevor die Meldeplattform eingerichtet wurde, erreichten ECPAT nur zwischen fünf und zehn Meldungen pro Jahr.

Auffälligkeiten und Straftaten melden
Wer im Ausland Straftaten beobachtet, scheitert oft an der Sprachbarriere oder schreckt ganz einfach davor zurück, den eigenen Urlaub auf einer fremden Polizeiwache zu verbringen. Wenn Sie allerdings Zeuge von Kindersextourismus werden, ist es möglich, dies direkt online beim Bundeskriminalamt (BKA) anzuzeigen. Oft haben Touristen in der Vergangenheit auffällige Situationen beobachtet, in denen Kinder gefährdet sein könnten. Sie waren sich dann aber vielfach nicht sicher, ob das Beobachtete bereits als eine Straftat galt. In solchen Fällen helfen die Seiten der Kinderschutzorganisation ECPAT Deutschland e.V. weiter – auf Wunsch auch anonym.

Weitere Informationen zum Thema Kindesmissbrauch finden Sie im Faltblatt „Kleine Seelen, große Gefahr…“. Das Faltblatt ist kostenlos bei jeder Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich oder kann hier heruntergeladen werden.

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Reisepreisminderung: So beschweren Sie sich richtig!

ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer über Reisemängel und Reisepreisminderung

Reisepreisminderung: So beschweren Sie sich richtig!

Die Ferienzeit neigt sich dem Ende. Leider bringt sie manchmal nicht nur Urlaubsfreuden, sondern auch Frust mit sich. In Zeiten, in denen Billigflieger, Last-Minute-Angebote und „Superschnäppchen“ Hochkonjunktur haben, sehen sich Urlauber häufig mit erheblichen Reisemängeln konfrontiert. Die wichtigsten Fragen zum Thema „Beschwerden richtig anbringen“ und „Reisepreisminderung“ beantwortet ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer.

Was müssen Urlauber gerade noch hinnehmen und lohnt ein Antrag auf Reisepreisminderung?
RA Tobias Klingelhöfer: Grundsätzlich wird zwischen „Unannehmlichkeit“ und tatsächlichem Mangel unterschieden! Der leichte Dieselgeruch auf einer Kreuzfahrt wäre ersteres, Kakerlaken auf dem Büffet hingegen ein wirklicher Grund zur Reisepreisminderung. Grundsätzlich gilt bei der Buchung einer Pauschalreise, dass der Reiseveranstalter seinen Verpflichtungen, welche sich häufig mit einem Blick in den Reiseprospekt feststellen lassen, nachkommen muss. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! Ein „Zimmer zur Meerseite“ bedeutet nicht gleich Anspruch auf Meerblick und auch die Definition „Strandlage“ lässt mehr Interpretationsraum zu, als vielen Urlaubern lieb ist.

Wie geht man bei Reisemängeln am besten vor?
RA Tobias Klingelhöfer: Damit eine nachträgliche Reisepreisminderung Erfolg hat, sollte man unbedingt einige Verhaltensregeln beachten. Zunächst muss direkt vor Ort schriftlich eine Reklamation erfolgen. Dazu informiert man den Reiseveranstalter (also z.B. den Reiseleiter vor Ort) von den herrschenden Mängeln und räumt ihm eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung ein. Eine Beschwerde bei der Hotelrezeption oder dem heimischen Reisebüro reicht nicht aus! Ist die Frist verstrichen und sind die Mängel noch nicht behoben, sollte man sich an die Beweissicherung begeben. Dazu eignen sich Zeugenaussagen und Fotos, aber vor allen Dingen sollten alle Mängel schriftlich mit Zeit- und Datumsangabe festgehalten werden.

Und wie geht es nach dem Urlaub weiter, Wenn man eine Reisepreisminderung erreichen will?
RA Tobias Klingelhöfer: Man schildert nach der Heimreise dem Reiseveranstalter schriftlich die vorgefundenen Mängeln, mit der gesamten Dokumentation; also Fotos vom unzureichenden Frühstücksbüffet oder ein kurzes Video, welches die laute Baustelle vor dem Hotelzimmer zeigt, Zeugenaussagen, Lärm-Protokoll etc. pp. Wichtig: Das Schreiben muss enthalten, dass man einen finanziellen Ausgleich in Form einer nachträglichen Reisepreisminderung oder sogar Schadensersatz verlangt. Ansonsten kann der Reiseveranstalter davon ausgehen, dass sich ein unzufriedener Kunde mit der Beschwerde nur einmal Luft verschaffen wollte.

Auf welche Fristen muss man achten?
RA Tobias Klingelhöfer: Wer seine Reise bis zum 30. Juni 2018 gebucht hat, muss die schriftliche Reklamation nach dem Urlaub binnen eines Monats beim Reiseveranstalter eingereicht werden. Urlauber, die ihre Reise ab dem 1. Juli 2018 gebucht haben, profitieren dagegen vom neuen Pauschalreiserecht: Sie haben jetzt zwei Jahre Zeit, um die Mängel schriftlich beim Veranstalter anzuzeigen.

Lohnen sich die Mühe und der Ärger wirklich? Wie hoch sind denn die Reisepreisminderungen?
RA Tobias Klingelhöfer: Die Höhe einer Reisepreisminderung wegen Reisemängeln wird von Urlaubern oft überschätzt. Einen ersten Überblick verschafft die Frankfurter Tabelle im ARAG Reisepreisminderungsrechner, die für fast alle möglichen Mängelkategorien die dazugehörigen Prozentsätze der Reisepreisminderung errechnet. Die tendieren zwischen 5 Prozent für zum Beispiel einen eintönigen Speiseplan und 50 Prozent für starken Ungezieferbefall des Wohnbereiches. Die Reisepreisminderungstabelle der 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts gibt allerdings auch nur Anhaltspunkte und ist nicht in jedem Fall rechtsverbindlich.

Man kann also auch Schadensersatz fordern?
RA Tobias Klingelhöfer: Solche Schadenersatzansprüche wegen entgangener Urlaubfreuden sind eher selten – aber nicht unmöglich. Sind die Mängel der Reise so erheblich, dass der Reisepreis um mindestens die Hälfte gemindert wird, steht den Urlaubern unter Umständen auch Schadensersatz zu. In einem konkreten Fall wurde auf dem Hotelgelände täglich mit dem Presslufthammer gebaut. Dies konnten die genervten Urlauber mit Fotos belegen. Durch den Baustellencharakter der Hotelanlage während des gesamten Urlaubs war die Reise so mangelhaft, dass die Urlauber 60 Prozent des Reisepreises zurückerhielten, urteilte das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 135/09). Da die Mängel so erheblich waren, steht den Urlaubern außerdem Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreude zu.

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